China Report

Reisebericht aus China

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Dreizehnte bis Sechzehnte Woche vom 25.09.06 - 22.10.06

Hallo, da bin ich wieder...

Der Alltag hat mich wieder eingeholt. Dazu gehört auch einen Wochenbericht für die Homepage zu schreiben. Heute will ich euch mal von unserer Urlaubsreise aus den Metropolen China's berichten. Sehr beeindruckend - sage ich euch. Doch leider kann ich euch keine selbst geschossenen Bilder präsentieren, da meine Speicherkarte in Rayerschied ist. Also nehme ich wieder anspruchsvolle Bilder aus dem Internet. Noch ein Tipp für die Freunde des Ausdruckens: Legt reichlich Papier ein...

Hier die Links unter denen weitere Informationen abgerufen werden können:
http://www.schwarzaufweiss.de/peking/inhalt.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Peking
http://www.hpwt.de/China/Beijing.htm
http://www.heini.de/beijing_muenchen_flug.htm


Am 04. Oktober habe ich meine Familie auf dem Flughafen in Peking zum ersten mal nach mehr als drei Monaten wieder gesehen. Das war für mich der schönste und wahrscheinlich auch der aufregendste Moment der ganzen Reise. Nach einem warmherzigen und langandauerndem Empfang drängte uns Zhang Mo (Martin), unser Reiseleiter für den ersten Abschnitt, doch das Gepäck zum Bus zu bringen, da wir noch einiges an diesem Tag vorhatten. Zuerst fuhren wir kurz zu unserem Hotel zum Einchecken. Danach ging es auch schon zügig zum Sommerpalast weiter. Kaiser Qianlong ließ ihn 1751-1764 als Geschenk zum 60. Geburtstag seiner Mutter errichten. Die 290 ha große Anlage entstand auf dem Gelände des seit 1153 bestehenden ehemaligen Gartens des Goldenen Wassers und war der bevorzugte Aufenthaltsort des Kaiserhofes in den feucht-heißen Sommermonaten.

 

 

 

 

 

Am Ufer des Kunming-Sees entlang ist der insgesamt 728 m lange Wandelgang errichtet worden. Er besteht aus 273 verbundenen Säulenpaaren und mehreren Pavillons; eine einzigartige Kombination aus überdachtem Weg und Kunstgalerie, dessen Architrave mehr als 8000 Bilder schmücken. Die Motive zeigen geschichtliche und mythologische Szenen oder Landschafts-, Vogel- und Blumenmotive. Der Gang beginnt im Osten mit dem Tor der Einladung des Mondes (Pinyin Yaoyue) und endet im Westen im Pavillon des alten Mannes (Pinyin Shizhang) und verbindet alle Gebäude entlang des Berges der Langlebigkeit durch Tore und Pavillons miteinander. Am Ende des Wandelganges liegt das 36 Meter lange Marmorschiff.


 

 

 

 

 

Am zweiten Tag suchten wir den "Platz des himmlischen Friedens" auf. Pekings wichtigster Platz – mit 50 ha Fläche soll er der größte innerstädtische Platz der Welt sein. Direkt darauf befindet sich das Mao-Mausoleum, an dem jeden Tag hunderte von Leute anstehen, um für Geld eine Wachshülle von Mao Zedong in einer Glasvitirne zu sehen. Vom "Tian'anmen-Platz" führt eine breite Allee (heute Qianmen Dajie) nach Süden zum Himmelstempel, unsere letzte Station an diesem Tag. Zwischen dem Tian'anmen-Platz und dem Tor de Himmlischen Friedens - heute eine vierzehn-spurige Straße - fanden früher regelmäßig und heute zu besonderen Anlässen die Militärparaden statt.

 

 

 

 

 

Wenn man da so steht - und sich vorstellt, wie Panzer vorbeirollen, Militärfahrzeuge vorbeifahren und Fußgruppen vor einem entlang marschieren - beeindruckend! Um so grauenvoller ist die Vorstellung von dem Massaker im Juni 1989, wo genau hier tausende von demonstrierenden Studenten ihr Leben ließen, als der Platz gewaltmäßig vom Militär geräumt wurde! Im Norden des Platzes steht das bekannte Tor des Himmlischen Friedens mit dem letzten großen Mao-Portrait, das zugleich das Südtor des Kaiserpalastes, der "Verbotenen Stadt" ist.

 

 

 

 

 

 

 

Am dritten Tag in Peking besichtigten wir zuerst die Ming-Gräber, wo 13 von 16 Kaisern der Ming-Dynastie mit ihren Frauen und Nebenfrauen ihre letzte Ruhestätte fanden. Anschließend sind wir den "Seelenweg" entlang spaziert, wo wir an 24 Tier- und 12 Menschenskulpturen aus Stein vorbei kamen. Bis jetzt nichts außergewöhnliches, jedoch die Figuren sind recht groß...

 

 

 

 

 

 

Abschluß unseres Tagesausfluges war die "Große Mauer". Mann, die ist ja wirklich groß - die ist verdammt groß!! Wahnsinn!!
6.700 km lang! Und teilweise sind die Aufstiege so steil, da braucht man ja bald Bersteigerschuhe mit Krallen, damit man nicht gleich wieder runterrutscht. Echt der pure Wahnsinn....

 

 

 

Einen letzten Höhepunkt setzte unsere Reiseleiter, als er die Gruppe mit 18 Teilnehmern zur Fahrt durch die Altstadt Peking's einlud. Super, per Rikscha durch Peking - ein Traum wurde wahr! Unterwegs durften wir in eine Hinterhof-Wohnung einer alten Dame einkehren. Sie zeigte uns ihre Wohnung und erzählte ein wenig aus ihrem Leben und lud uns zu Tee und Süssigkeiten ein. Auch die vielen kleinen Geschäfte in den Seitenstraßen werden uns in Erinnerung bleiben, genauso wie die große Einkaufsstrasse, in der man nie genug Geld dabei haben kann. Danach gings zum Flughafen und ab nach X'ian.

In X'ian werden mehr Nudeln als Reis gegessen. So nahmen wir gleich mal am ersten Abend an einem Ravioli Bankett (gefüllte Teigtaschen) teil. Ich weiß garnicht wieviel gefüllte Teigtaschen wir gegessen haben - 12 oder 15. Jede mit einer anderen Füllung, jede in einer individuellen Form. War die Teigtasche mit Ente gefüllt, hat sie auch wie eine Ente ausgesehen. Schmeckten nicht schlecht, die Dinger.  Am nächsten Tag ging es zur Terrakotta Armee. Auch sehr beeindruckend - muss man mal gesehen haben. Nachmittags sind wir dann auf der noch gut erhaltenen Stadtmauer aus dem 14ten Jahrhundert entlang gegangen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 09.10.06 standen die Wildganspagode, eine Moschee, ein Straßenmarkt und ein Teil von X'ian-City auf unserem Besichtigungsplan, bevor es wieder zum Flughafen in Richtung Guilin ging.

 

Guilin ist das Haupt-Touristenziel in Guangxi, da hier die Karstberge eine bizarr schöne Landschaft bilden. Hier schlängeln sich neben dem Li-Fluss mehrere kristallklare Flüsse durch die Stadt, die von einem ganzen Gürtel von Bergen mit bizarren Felsformationen und hunderten Grotten umgeben ist. Dieses einzigartige Naturparadies lockt jährlich unzählige Touristen an. Guilin ist auch bekannt für die Zimtbäume, die ihren Duft in die Straßen versprühen. Leider waren wir zu spät an, und konnten diese Ereignis nicht mehr mitverfolgen. Guilin ist auch bekannt für eine gute Cuisine. So stehen hier auch schon mal Schlangen, Hund und Ratten auf dem Speiseplan. Also Rayerschieder - aufgepasst! Ab hier habe ich dann kein Fleisch, oder was nach Fleisch ausgesehen hat, gegessen.
Die größte und beeindruckendste Höhle von Guilin ist die Schilfrohrflötenhöhle („Ludi Yan“). In der 240 m tiefen Tropfsteinhöhle bahnt sich der Besucher seinen 500 m langen Weg durch ein Meer von Stalagtiten und Stalagmiten. Eine Grotte, die "Kristallpalast des Drachenkönigs" genannt wird, faßt 1000 Menschen

 

Am Tag darauf fuhren wir mit dem Schiff auf dem Li-Fluß nach Yangshou. Auch auf dem Schiff habe ich mich nur von Reis und Gemüse ernährt. Und zum Nachtisch habe ich die Wassermelone dem Schlangenschnaps vorgezogen. Aber dafür war die Fahrt auf dem Li-Fluß eine absolute Augenweide. Hier ist die Landschaft wunderschön, und sie entstand als vor 200 Millionen Jahren das Urmittelmeer durch tektonische Erhebung des Meeresbodens zurück wich und die übrig bleibenden Berge langsam erodierten. Landschaftlich wohl einer der schönsten Flecken auf Erden - man sagt sogar der schönste Fleck auf Erden. Das Wetter hat auch gepasst: 25-29°C und trocken. Einfach nur herrlich - und  zum genießen.


Nach Ankunft in Yangshou und kurzem Check-In im Hotel, ging es mit einer Art "Caddy vom Golfplatz auf drei Rädern" raus zu den Reisfeldern, vorbei an Wasserbüffeln und Obstplantagen.  Am Straßenrand zeigten uns dann 3 Bauern, wie sie ihr Feld bestellen - je ein Gespann aus Wasserbüffel, einfachem Holzgerät und einem Bauern. Klar, dass die Leute für diese Vorführung einen Obolus bekamen. Auf dem Heimweg hielten wir mal an einem Bauernhof an, wo uns die Frauen zeigten, wie sie im Jahre 2006 noch leben. Kein fließendes, warmes Wasser. Kaltes Wasser aus dem Brunnen. Keine Badewanne, keine Dusche, kein Fernsehen, kein Internet.... aber in einem Nebenraum schon mal prophylaktisch einen Sarg stehen haben... Wie uncool. Dann ging es zurück ins Hotel. Insgesamt eine sehr interessante und von der Gegend her schöne, aber auch eine sehr staubige Fahrt, da es in Yangshou offensichtlich schon länger nicht mehr geregnet hat. Gott sei Dank hatte ich noch eine Garnitur zum Wechseln dabei. Abends sind wir dann auf den Straßenmarkt in Yangshou gegangen. Hier konnte man mit ein bisschen handeln durchaus das eine oder andere Schnäppchen ergattern.

Am 12. Oktober ging es wieder mal zum Flughafen: von Guilin nach Shanghai. Am Abend haben wir eine weitere Lichterfahrt mit dem Bus unternommen und die Beleuchtung in der Altstadt, am Bund und in Pudong bewundert. Gigantisch. Auch das muss man gesehen haben! Das kann man mit Bildern und Worten nicht beschreiben.

 

 

 

 


 

Freitags sind wir dann bei Hellem in die Altstadt und an den Bund zurück gekehrt. Bei Tageslicht ist das halt nicht so beeindruckend. Der Besuch des x-ten Gartens und eines chinesischen Teehaus gab dem Tag eine ganz andere Note. Anschließend sind wir noch zum x-ten Tempel gefahren worden, den Jade-Buddha Tempel. Auch jeder Tempel für sich hat was, aber zum x-ten mal einen Buddha zu sehen, hatte ich auch keine Lust mehr. Na gut, man geht halt mit und dann passierte das Unerwartete: Es wurde tatsächlich noch lustig in diesem Tempel! Zuerst standen wir geschlossen wieder einmal vor einer Buddha Statue und der Reiseleiter Herr Xu erklärte wieder einige Sachen. Ich hatte schon gar nicht mehr zugehört, als plötzlich ein Hndy klingelte. Ich schüttelte nur den Kopf und dachte für mich: Kann man selbst im Tempel nicht mal das Ding auslassen. Aber dann sah ich, dass der Mönch, der gerade vor der Buddha Figur am Putzen war in die Tasche greift und sein Handy rausholt. "Na dass ist mir ja ein schöner Mönch!" ging es mir durch den Kopf. Na ja, nach dem Beenden des Telefonates putzte der Kollege fleißig weiter, bis er jetzt an die Stelle kam, an der Herr Xu stand. Dieser hatte natürlich nicht gleich mitbekommen, was los ist, weil er ganz vertieft seine Geschichte verkündete. Also hat der Mönch ihn mal gebeten, ein wenig zur Seite zu gehen. Dann zog er wieder mit seinem meterbreiten Mop seine Bahn. Einmal hin - und einmal zurück. Dann blieb er stehen und fauchte Herrn Xu auf chinesisch an, warum der denn gerade auf seinem frisch gewischten Boden rumlaufen muss, dabei hat sich der gute Herr Xu seit der letzten Begegnung keinen Millimeter bewegt! Und die Tappen waren ganz eindeutig von dem Mönch selbst, der die ganze Zeit hinter seinem Mop herläuft. Auf jedenfall entfachte eine heftige Diskussion der beiden, die im Ton auch mal lauter wurde. Ich habe nur ein zweites Mal mit meinem Kopf geschüttelt und mich gefragt, welches Kraut der Mönch wohl zum Frühstück geraucht habe. Das Ereignis war mal ganz lustig, wenn es auch nicht in einen Tempel passt, aber ich habe mich köstlich amüsiert. Irgendwie haben sich die zwei dann wieder beruhigt und jeder hat seine Arbeit fortgesetzt.
Abends haben wir uns dann wieder in das Lichtermeer begeben. Dieses mal war es die Nanjing Lu, die Einkaufsstrasse in Shanghai. 4,5 km lang und überall nur Lichter, Reklame, Strahler und ganze Wände von Leuchtreklamen. Wahnsinn!! Da geht man durch und ist nur am Staunen. Was für ein Glamour. So ähnlich muss es wohl auch in Las Vegas aussehen.


Am Samstag sind wir mal mit der Bahn gefahren. Die Reise ging nach Suzhou, dem Venedig des Ostens. Auch hier schauten wir uns einen der unzähligen Gärten Chinas an. Dieser hieß "Der Garten des Verweilens". Jeder der Gärten hat was, aber irgendwann ist es auch mal genug. Danach ging es zu einer Pagode, dessen x Stockwerke wir raufgegangen sind und uns Suzhou mal von oben betrachtet haben. Auch in Suzhou werden viele Gebäude neu errichtet. Abschließend nahmen wir noch eine Führung in einer Seidenfabrik mit, an deren Schluß man sich im Laden mit jeder Menge Seide eindecken konnte. Die Bahn brachte uns abends dann nach Shanghai zurück. Das Programm für den letzten Tag konnten wir uns selbst gestalten. Wir haben uns den Shanghai-Market vorgenommen. Man haben die einen da genervt, die vielen Möchtegern-Verkäufer. "Bags, Watches, DVD's, Lolex?" Der eine oder andere von euch wird diese Wörter kennen. Als Tageshöhepunkt sind wir den Pearltower hochgefahren, bis auf die 350 m Plattform. Man, hat man da eine Aussicht. Da konnte ich ja fast schon Rayerschied sehen ;-). Und einen Blick über die Skyline von Shanghai hat man da - einfach gigantisch! Da es auch schon später war, wurde es zügig dunkel. Also bei dem Lichtermeer hat man ein noch besseres Bild von dem Turm. Wunderbar.
Das letztes Highlight der Reise war die Fahrt mit dem Transrapid zum Flughafen. Für die 20 km braucht das Geschoss nur 8 Minuten, wobei der Zug seine Höchstgeschwindigkeit gerade mal 2 Minuten beibehält, bevor er den Bremsvorgang schon einleitet. Da fliegt alles nur so an einem vorbei. Tja, am Flughafen Pudong angekommen, hieß es wieder Abschied nehmen, von der Reisegruppe und von von der Familie. Aber nun sind es nur noch knapp zwei Monate, dann sehen wir uns wieder - und keine 3 Monate mehr...... Trotzdem freue ich mich jetzt schon auf das Wiedersehen!

 

Zum Abschluss....

Heute könnte ich euch viele Rätsel aus dem Urlaub stellen.
Ich habe mich aber hierfür entschieden:

Transrapid 

 

Wie hoch ist die Höchstgeschwindigkeit des Transrapids
auf der seiner Strecke zum Flughafen Pudong?

 

 

Fortsetzung folgt....



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